RICHARD BOORBERG VERLAG

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14.05.2019

Theaterbetriebszulage für Erschwernisse

Einkommensteuer

Ist die Theaterbetriebszulage steuerpflichtiger Arbeitslohn, weil sie die Erschwernisse gelegentlicher Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit nur pauschal und nicht nach tatsächlichen Dienstzeiten abgilt?

D ist Darstellerin bei der G-GmbH, die im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens Teile des Arbeitslohns – die sog. Theaterbetriebszulage – als steuerfreie Einkünfte behandelte, soweit tatsächlich geleistete und aufgezeichnete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit vorlag. Die Höhe dieser Theaterbetriebszulage der D betrug 20 % der arbeitsvertraglichen Bruttovergütung und errechnete sich aus Zuschlägen für geleistete Stunden zu steuerbegünstigten Zeiten für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit auf einen um 20 % reduzierten Stundenlohn als Grundlohn. Eine steuerfreie Berücksichtigung setzte voraus, dass zu den steuerbegünstigten Zeiten auch tatsächlich gearbeitet wurde. Das Finanzamt war jedoch der Ansicht, dass es sich bei der gesamten Theaterbetriebszulage der D um steuerpflichtigen Arbeitslohn handele, weil die Theaterbetriebszulage die besonderen Erschwernisse der gelegentlichen Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit pauschal abgelte, ohne dass es auf die tatsächlichen Dienstzeiten angekommen sei. D meinte dagegen, es handele sich bei der Theaterbetriebszulage um einen neben dem Grundlohn gezahlten Zuschlag für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtzeiten. Die Steuerbefreiung trete nur ein, wenn die Arbeitsstunden tatsächlich erbracht würden und Einzelaufstellungen erfolgten. Die Zuschläge würden spätestens vor Erstellung der Jahreslohnsteuerbescheinigung genau ermittelt, eine Differenz würde spätestens zum Ende des Lohnzahlungszeitraums versteuert. D bekam beim Finanzgericht Baden-Württemberg Recht.

Quelle:
FG Baden-Württemberg, Urteil vom 26.2.2019, Az. 5 K 864/17