RICHARD BOORBERG VERLAG

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10.06.2019

Preisgelder aus Turnierpokerspielen

Einkommensteuer

Ist das Turnierpokerspiel im Allgemeinen als reines – und damit per se nicht steuerbares – Glücksspiel oder aber als Mischung aus Glücks- und Geschicklichkeitsspiel einzustufen?

A erzielte in den Jahren 2004 bis 2006 Einkünfte als Angestellter. Darüber hinaus nahm er in den Jahren 2005 bis 2007 häufig an Pokerturnieren teil. Die Turniere fanden in verschiedenen Städten und Ländern statt. Aus der Teilnahme an den Turnieren erzielte A aufgrund seines Spielerfolgs wiederholt Preisgelder. Es fielen dabei Reisekosten, Teilnahmegebühren und Ausgaben für am Gewinn beteiligte Dritte an. Ferner nahm er in Spielcasinos außerhalb von Turnieren an verschiedenen sog. Cash Games und Black Jack teil. Ab April 2008 arbeitete A wieder bei seinem früheren Arbeitgeber als Angestellter. Eine Aufstellung des A beinhaltete die Höhe seiner Spielgewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren sowie die damit im Zusammenhang stehenden Startgelder, Trinkgelder, Reisekosten und die an Dritte abgeführten Gewinnbeteiligungen. Nach dieser Aufstellung nahm er insgesamt an 91 Tagen an turniermäßigen Pokerveranstaltungen teil. Bargeld abgehoben und bei entsprechendem Gewinn Bareinzahlungen getätigt. Das Finanzamt stufte die Betätigung als Pokerspieler als gewerbliche Tätigkeit ein und schätzte die Einkünfte aus der Teilnahme an Pokerturnieren auf Grundlage der Aufstellung des A. Die außerhalb von Pokerturnieren in Spielcasinos erzielten Gewinne schätzte das Finanzamt auf 25.000 EUR; A habe sowohl mit seiner Tätigkeit als Kartenspieler bei Turnierpokerveranstaltungen als auch bei sog. Cash Games und Black Jack in Spielcasinos Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt. Das Finanzamt bekam beim Bundesfinanzhof Recht.

Quelle:
BFH-Urteil vom 7.11.2018, Az. X R 34/16