RICHARD BOORBERG VERLAG

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27.05.2019

Garagenkosten und Nutzungswert des Pkw

Einkommensteuer

Mindern die anteilig auf die Garage eines Arbeitnehmers entfallenden Grundstückskosten den geldwerten Vorteil für die Überlassung eines Fahrzeugs durch den Arbeitgeber?

Arbeitnehmer A bekam von seiner Arbeitgeberin G-GmbH ein Kraftfahrzeug auch zur Privatnutzung zur Verfügung gestellt. Der als Arbeitslohn zu versteuernde Nutzungsvorteil wurde nach der sog. 1 %-Methode berechnet. In seiner Einkommensteuererklärung für 2015 machte A anteilige Garagenkosten in Höhe von 1.500 EUR geltend, weil er nach einer Arbeitgeberbescheinigung mit der G-GmbH eine Vereinbarung getroffen habe, das Fahrzeug nachts in einer abschließbaren Garage abzustellen. Dies lehnte das Finanzamt im Einkommensteuerbescheid für 2015 jedoch ab: Die anteilig auf die Garage eines Arbeitnehmers entfallenden Grundstückskosten minderten nicht den geldwerten Vorteil für die Überlassung eines Fahrzeugs durch den Arbeitgeber. Eine Minderung des Nutzungsvorteils trete nur ein, wenn A ein Nutzungsentgelt zahle oder einzelne nutzungsabhängige Kosten des betrieblichen Kraftfahrzeugs trage. Nutzungsabhängige Kosten seien nur solche, die für A notwendig sind, um das Fahrzeug nutzen zu dürfen, etwa Kraftstoffkosten oder Leasingraten. Für die Inbetriebnahme des Fahrzeugs sei die Unterbringung in einer Garage jedoch nicht notwendig. Die Arbeitgeberbescheinigung belege auch nicht, dass die Unterbringung in einer Garage zwingende Voraussetzung für die Überlassung des Fahrzeugs an A gewesen sei. Das Finanzamt bekam beim Finanzgericht Münster Recht.

Quelle:
FG Münster, Urteil vom 14.3.2019, Az. 10 K 2990/17 E