RICHARD BOORBERG VERLAG

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22.05.2019

Anschlusskanal zum öffentlichen Kanalnetz

Einkommensteuer

Wozu gehören die bei der Neuerrichtung eines Gebäudes entstandenen Aufwendungen für die Sanierung eines bereits vorhandenen, aber beschädigten Anschlusskanals zum öffentlichen Kanalnetz?

Im Juli 2010 wurde dem Steuerpflichtige S ein Erbbaurecht an einem mit einem Einfamilienhaus bebauten Grundstück bestellt. Nach dem Abriss des alten Gebäudes schloss S Anfang 2013 mit der G-GmbH einen Bauvertrag über die schlüsselfertige Errichtung eines Zweifamilienhauses. Das Gebäude wurde 2015 fertiggestellt und vermietet. Für die Beseitigung eines Kanalschadens im Abwasserkanal, die Erneuerung und den Anschluss des Kontrollschachts auf seinem Grundstück sowie die Hauseinführung des Abwasserrohrs zahlte S im Jahr 2014 insgesamt 10.070 EUR. Den Kanalschaden im Anschlusskanal, dem Kanal vom öffentlichen Straßenkanal bis einschließlich der ersten Reinigungs- bzw. Prüföffnung auf dem Grundstück, hatte die Gemeinde G im Zusammenhang mit einem Antrag des S auf Einleitung von Abwasser in die öffentliche Abwasseranlage festgestellt und S zur Sanierung des Anschlusskanals auf eigene Kosten aufgefordert. In seiner Einkommensteuererklärung für 2014 machte S die Kosten für die Sanierung und Reparatur des Kanalschadens in Höhe von 10.070 EUR als Werbungskosten geltend, die das Finanzamt im Einkommensteuerbescheid für 2014 indes nicht anerkannte: Die anlässlich der Neuerrichtung eines Gebäudes auf einem zuvor freigelegten Grundstück entstandenen Aufwendungen für die Sanierung eines bereits vorhandenen, aber beschädigten Anschlusskanals zum öffentlichen Kanalnetz (sog. Hausanschlusskosten) gehörten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen an den Leitungen zu den Herstellungskosten des Gebäudes, weil sie der erstmaligen Herstellung eines bewohnbaren und nutzbaren Gebäudes dienen. Das Finanzamt bekam beim Finanzgericht Düsseldorf Recht.

Quelle:
FG Düsseldorf, Urteil vom 13.9.2018, Az. 14 K 3011/17 E