RICHARD BOORBERG VERLAG

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18.04.2019

Abzugsteuer auf sog. appearance fees

Einkommensteuer

Unterliegen sog. appearance fees, die ausländische Prominente dafür erhalten, dass sie an einer Eventveranstaltung mit rotem Teppich, Fotos und Kurzinterviews teilnehmen, dem Steuerabzug?

Unternehmer U veranstaltet Eventabendveranstaltungen, zu denen prominente Persönlichkeiten eingeladen werden. Zutritt haben nur geladene Gäste. U bittet jährlich – neben auftretenden Künstlern – auch prominente Gäste zum Besuch dieser Veranstaltungen. Seinen geladenen Gästen zahlt er neben der Übernahme aller Reisekosten ein als sog. appearance fee bezeichnetes Entgelt, ohne dass zwischen ihm und diesen Gästen – abgesehen von deren Anwesenheitszusage – Absprachen getroffen werden. Die Höhe der sog. appearance fee differiert von Gast zu Gast zwischen einigen 100 EUR und einigen 10.000 EUR. Für die bezahlten Gäste besteht keine Pflicht, für eine bestimmte Mindestzeit an der Veranstaltung teilzunehmen. Schriftliche Verträge gibt es nicht. Der Zugang zu dem Veranstaltungssaal ist mit einem roten Teppich ausgelegt, über den die geladenen Gäste in den Saal gelangen. Auf dem roten Teppich hält sich auch eine Begrüßungsphalanx für die Gäste auf, bestehend aus U als Gastgeber und einer Reihe Models. Die prominenten Gäste stellen sich für Fotos mit U sowie für kurze Interviews zur Verfügung. Für die Vergütungen an die bezahlten Gäste wurden von U keine Steuerabzugsbeträge angemeldet. Das Finanzamt war dagegen der Ansicht, dass sog. appearance fees, die ausländische Prominente dafür erhielten, dass sie im Inland an einer Eventveranstaltung teilnähmen, unterhaltende oder ähnliche Darbietungen darstellten und somit dem Steuerabzug bei U unterlägen, und bekam beim Finanzgericht Köln Recht.

Quelle:
FG Köln, Urteil vom 15.2.2018, Az. 2 K 2612/16