RICHARD BOORBERG VERLAG

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14.10.2019

Statistik über Wohnungslosigkeit in Deutschland

Wohnungslosenbericherstattung im Bundeskabinet beschlossen

Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, eine Datenlücke zu schließen und greift eine langjährige Forderung der Verbände und Länder auf. Damit soll eine Wissensbasis geschaffen werden, um durch konkrete sozialpolitische Maßnahmen Wohnungslosigkeit besser als bisher zu bekämpfen.

Das Bundeskabinett hat am 25. September 2019 den Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Wohnungslosenberichterstattung sowie einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen beschlossen.

Mit dem Gesetzesentwurf wird erstmals eine Datengrundlage zum Ausmaß sowie zur Struktur von Wohnungslosigkeit in Deutschland geschaffen. Wohnungslosigkeit ist eine besonders schwere Form von Armut und sozialer Ausgrenzung. Gleichwohl liegen bislang auf Bundesebene sowie für die meisten Bundesländer keine belastbaren Daten vor.

Der Gesetzesentwurf sieht die Einführung einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen als Stichtagserhebung zum 31. Januar eines jeden Jahres durch das Statistische Bundesamt vor. Erfasst werden Wohnungslose, die Leistungen zur Unterbringung in Anspruch nehmen. In diesem Zusammenhang werden künftig Angaben zu Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, Haushaltstyp und -größe, die Art der Unterkunft sowie das Datum des Beginns der Unterbringung erhoben. Damit den auskunftspflichtigen Stellen ausreichend Zeit zur Vorbereitung bleibt, ist die Bundesstatistik durch das Statistische Bundesamt erstmalig zum 31. Januar 2022 geplant.

Darüber hinaus führt das Gesetz eine Wohnungslosenberichterstattung ein. Damit steht künftig eine zusätzliche qualifizierte Datengrundlage über jene Formen von Wohnungslosigkeit zur Verfügung, die über die statistischen Erhebung hinausgehen so etwa um Wohnungslose, die kurzzeitig bei Bekannten unterkommen oder um obdachlose Menschen, die ohne jeden Schutz auf der Straße leben.

Die weitere Ausgestaltung des Berichtes erfolgt unter Beteiligung von Wissenschaft und Fachverbänden. Der Bericht soll regelmäßig, mindestens jedoch alle zwei Jahre, vorgelegt werden.

 

Regierungsentwurf "Gesetz zur Einführung einer Wohnungslosigkeitsberichterstattung"

Quelle:
https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/ bundesregierung-beschliesst-einfuehrung-einer-statistik-zu-wohnungslosigkeit.html