RICHARD BOORBERG VERLAG

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07.06.2019

Bundeskabinett beschließt weitere Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Hohe berufsbedingte Belastung durch natürliche UV-Strahlung soll reduziert werden

Schwere Erkrankungen der lichtgeschädigten Haut, die durch übermäßige natürliche UV-Strahlung verursacht werden, treten insbesondere im Baugewerbe und in der Landwirtschaft auf. Bis Ende 2017 gab es rund 12.500 anerkannte Krankheits- und 16 Todesfälle. Arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen durch UV-Strahlung müssen daher noch stärker durch präventive Maßnahmen vermieden oder minimiert werden um die hohe Zahl an Berufskrankheiten zu reduzieren. 

Das Bundeskabinett hat die Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge beschlossen.

Seit dem 1. Januar 2015 werden "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" in der Berufskrankheiten-Verordnung als Berufskrankheit Nummer 5103 geführt. Bis Ende 2017 gab es bereits rund 12.500 Anerkennungen und 16 Todesfälle. Betroffen sind insbesondere die Landwirtschaft und das Baugewerbe. Über alle Branchen hinweg ist die Berufskrankheit Nummer 5103 die zweithäufigste Berufskrankheit, im Bereich der Landwirtschaft sogar die häufigste.

Es ist dringend notwendig, den Schutz der Beschäftigten zu verbessern.

Im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge soll deshalb ein neuer Angebotsvorsorgeanlass für Tätigkeiten mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung ergänzt werden. Arbeitsmedizinische Vorsorge dient der Aufklärung und Beratung der Beschäftigten über ihre individuellen Gesundheitsrisiken und ermöglicht auch Früherkennung arbeitsbedingter Erkrankungen.

Zudem soll die Belastung möglichst gering gehalten werden. Technische und organisatorische Arbeitsschutzmaßnahmen wie zum Beispiel Sonnensegel oder die Verlagerung der Arbeitszeit können die Gesundheitsgefährdung durch schädliche UV-Strahlung minimieren. Hier ist die Devise: "Möglichst raus aus der gefährlichen Sonne".

Klarstellungen zur ganzheitlichen arbeitsmedizinischen Vorsorge sollen Rechtssicherheit schaffen und die praktische Umsetzung erleichtern und fördern. In jedem Vorsorgetermin sollen alle arbeitsbedingten Gefährdungen thematisiert werden.

Die Verordnung bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

 

Regierungsentwurf vom 2. Mai 2019: Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Quelle:
https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2019/ bundeskabinett-hat-zweite-verordnung-zur-aenderung-verordnung-zur-arbeitsmedizinischen-vorsorge-beschlossen.html