RICHARD BOORBERG VERLAG

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13.01.2020

Beschleunigte Verfahren zur Gewinnung von ausländischen Pflegefachkräften

Die Arbeitsweise der DeFa im Probelauf

Die neue Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa), gegründet im Oktober 2019 mit Sitz in Saarbrücken, ging aus der Initiative „Konzertierte Aktion Pflege“ hervor und verfolgt das Ziel, durch beschleunigte und vereinfachte Verwaltungsverfahren ausländische Pflegekräfte schneller für den deutschen Pflegekräftemarkt bereitzustellen. Dabei wird sie vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt.

Die neue Arbeitsweise der DeFa befindet sich derzeit in der Probephase. Sie soll sich von den bisherigen Verfahren zur Personalgewinnung für Krankenhäuser, und Pflegeheime deutlich unterscheiden. Denn die derzeitigen Verfahren sind mit bis zu 18 Monaten zwischen Anwerbung und Arbeitsbeginn in einer deutschen Einrichtung auf Dauer zu langwierig. Als zeitraubend erweisen sich insbesondere die Visa- und Anerkennungsverfahren und sonstige behördliche Genehmigungsverfahren.

Laut DeFa dauert es gerade für dezentrale und kleinere Einrichtungen im ländlichen Raum häufig länger als ein Jahr, bis die Neubesetzung einer Pflegestelle gesichert ist.

 

Die Kernanliegen der DeFa: weniger Verwaltungsaufwand und dafür mehr Fallzahlen

  • Entschlackung und Beschleunigung sämtlicher Verwaltungsverfahren, die im Zusammenhang mit der Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte stehen.
  • Entwicklung von vereinfachten und standardisierten Verfahren, z.B. durch die Skalierung von Vorgängen, wodurch Bearbeitungszeiten in den Behörden erheblich verkürzt werden.

 

Die neue Arbeitsweise der DeFa

Die DeFa wird nur in den Ländern aktiv, die nachweislich ein Überangebot an Pflegefachkräften aufweisen. Konkret hat die DeFa Pilotprojekte mit den Ländern Philippinen, Mexiko und Brasilien aufgebaut, ist dort als Dachorganisation vor Ort, steht in Kontakt mit den staatlichen Stellen und unterstützt ihre anwerbenden privaten Geschäftspartner, qualifizierte Pflegefachkräfte zu gewinnen.

Interessierte deutsche Einrichtigungen im Gesundheitswesen können sich mit konkreten Personalwünschen an die DeFa wenden, die den Kontakt zu allen beteiligten In- und Auslandsbehörden herstellt und zugleich als alleiniger Ansprechpartner für alle weiteren Anliegen fungiert. Kontakte zwischen deutschen Einrichtuingen und ausländischen Behörden sind nicht mehr notwendig.

Vor Ort im Ausland bündelt die DeFa alle erforderlichen Antragsunterlagen der angeworbenen Pflegefachkräfte, bis sie vollständig vorliegen, und führt anschließend die notwendigen Verwaltungsverfahren mit den Anerkennungsbehörden, Arbeitsagenturen und Ausländerbehörden in den einzelnen Bundesländern durch. Abschließend kümmert sie sich um die Erteilung der Visa bei den deutschen Auslandsvertretungen.

Sind die ausländischen Pflegefachkräfte in Deutschland angekommen, begleitet die DeFa diese durch integrationsfördernde Maßnahmen wie Sprachkurse, damit die Integration ins das neue Lebens- und Arbeitsumfeld schnell und gut voranschreiteen kann.

 

Quelle:
https://www.defa-agentur.de