RICHARD BOORBERG VERLAG

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22.07.2019

Abgabesatz der Künstlersozialabgabe bleibt bei 4,2 Prozent

Breitere Bemessungsgrundlage führt auch für 2020 zu niedrigen Abgabesätzen und gerechter Lastenverteilung

Durch deutlich erhöhte Prüftätigkeit von Rentenversicherung und Künstlersozialkasse hat sich die Zahl der abgabepflichtigen Unternehmen stetig erhöht, wodurch die Bemessungsgrundlage für die Künstlersozialabgabe verbreitert wurde und dadurch weiterhin auf niedrigem Niveau von 4,2 Prozent gehalten werden kann.

Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung, der von allen Unternehmen erhoben wird, die Werke oder Leistrungen von selbständigen Künstlern und Publizisten verwerten, wird auch im Jahr 2020 weiterhin 4,2 Prozent betragen. Er bleibt damit im dritten Jahr in Folge auf vergleichsweise niedrigem Niveau stabil. 


Seit 2015 deutlich mehr abgabepflichtige Unternehmen registriert

Der unveränderte Abgabesatz zeigt die stabile Finanzierungsbasis der Künstlersozialversicherung in Folge des Gesetzes zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes in der vergangenen Legislaturperiode. Seither hat sich wegen der deutlich intensivierten Prüf- und Beratungstätigkeit von Rentenversicherung und Künstlersozialkasse die Zahl der abgabepflichtigen Unternehmen stetig erhöht. In den Jahren 2015 und 2016 wurden rund 50.000 abgabepflichtige Unternehmen neu erfasst. Gleichzeitig hatten sich ca. 17.000 abgabepflichtige Unternehmen bei der Künsterlersozialkasse gemeldet. Der Abgabesatz sank erstmals im Jahr 2018  von 4,8 auf 4,2 Prozent.Hierdurch hat sich die Bemessungsgrundlage, d. h.  alle in einem Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Honorare, für die Künstlersozialabgabe verbreitert, was auch für eine gerechtere Lastenverteilung zwischen den Unternehmen sorgt.

Über die Künstlersozialversicherung werden derzeit rund 190.000 selbständige Künstler und Publizisten als Pflichtversicherte in den Schutz der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung einbezogen. Die selbständigen Künstler und Publizisten tragen, wie abhängig beschäftigte Arbeitnehmer, die Hälfte ihrer Sozialversicherungsbeiträge. Die andere Beitragshälfte wird durch einen Bundeszuschuss (20 Prozent) und durch die Künstlersozialabgabe der Unternehmen (30 Prozent), die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten, finanziert. Das Aufkommen soll ausreichen, um den Bedarf der Künstlersozialkasse für ein Jahr zu decken. Der Abgabesatz wird jährlich aufgrund von Schätzungen für das folgende Kalenderjahr festgelegt. 

Verordnungsentwurf des BMAS: Künstlersozialabgabe-Verordnung 2020 

Quelle:
https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2019 /kuenstlersozialabgabesatz-2020-stabil.html