RICHARD BOORBERG VERLAG

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15.12.2025

Recht auf Vertrauensperson

Die dritte Person im Raum

Die Frage, ob eine zu begutachtende Person bei einer medizinischen Untersuchung eine Vertrauensperson mitnehmen darf, war lange umstritten. In der Vergangenheit bejahten einige Gerichte und Stimmen ein solches Recht im Interesse eines fairen Verfahrens, während andere dies aus Sorge um die Objektivität der Begutachtung ablehnten. Mit Urteil vom 27.10.2022 (B 9 SB 1/20 R) hat das Bundessozialgericht Klarheit geschaffen und die Rechtsposition der zu Begutachtenden gestärkt – allerdings unter Betonung bestimmter Grenzen. Seither haben weitere Entscheidungen anderer Gerichte diese Grundsätze konkretisiert und in der gerichtlichen Praxis verfeinert.

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25.09.2025

Schwerbehindertenrecht

Heilungsbewährung im Schwerbehindertenrecht

Die Heilungsbewährung ist ein besonderes Instrument im Schwerbehindertenrecht, das schwer erkrankten Menschen vorübergehend einen höheren Grad der Behinderung (GdB) und damit den Schwerbehindertenstatus zuerkennt. Gerade nach Krebsbehandlungen oder Organtransplantationen wird Betroffenen so rasch Schutz und Unterstützung gewährt, obwohl das Ausmaß der dauerhaften Behinderung noch ungewiss ist. 

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25.04.2025

Demenz

Rechtliche Fragen im SGB IX bei Demenz

Keineswegs erschöpft sich das rechtliche Leben mit einer an Demenz erkrankten Person auf das Betreuungsverfahren. Vielmehr stellt das Phänomen Demenz unsere Rechtsordnung insgesamt vor neue Herausforderungen. Zu den wichtigsten Fragen rund um die Demenz gehören die Regelungen zur Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

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27.02.2025

Schwerbehinderung

Einstellung schwerbehinderter und gleichgestellter Menschen

In den Stellenausschreibungs- und Bewerbungsverfahren erreichen Arbeitgeber auch die Bewerbungen schwerbehinderter Menschen. Die Bearbeitung dieser Bewerbungen muss rechtsfehlerfrei erfolgen, einerseits, um den schwerbehinderten Menschen eine Chance zu geben, sich auf alle Stellen bewerben und bewähren zu können und so die Inklusion zu fördern, andererseits auch, um mögliche Schadensersatzansprüche wegen erfolgter oder auch nur vermuteter Diskriminierung zu vermeiden. Die nachfolgenden Ausführungen geben einen Überblick über den Umgang mit schwerbehinderten Bewerbern.

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17.12.2024

Schwerbehinderung

Die Ermöglichung einer persönlichen Vorstellung für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber durch öffentliche Arbeitgeber im Einstellungsverfahren

Schwerbehinderte Menschen sind wesentlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als nichtbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

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11.09.2024

Schwerbehinderung

Was beweist der Schwerbehindertenausweis?

In den letzten drei Jahren sind mehrere Entscheidungen des Bundessozialgerichts und verschiedener Landessozialgerichte zur Funktion und zu den Wirkungen des Schwerbehindertenausweises ergangen, die wegen ihrer Bedeutung für die schwerbehinderten Menschen und für die (Beratungs-)Praxis der Integrationsämter und der Schwerbehindertenvertretungen nachfolgend erläutert werden sollen.

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03.07.2024

Tilgung von Darlehen

Schulden beim Jobcenter und ihre Tilgung

Die Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach den §§ 19 ff. SGB II auf Darlehensebene stellt für zahlreiche Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld eine deutliche Realität dar, gerade wenn der Gesetzgeber diese Form der Bewilligung grundsätzlich vorschreibt wie z. B. bei der Übernahme von Aufwendungen für eine Mietkaution oder die Finanzierung von Genossenschaftsanteilen für den Bezug einer Wohnung (§ 22 Abs. 6 Satz 1, 2. Halbs. in Verbindung mit Satz 3 SGB II).

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16.05.2024

Kündigungsschutz

Die Tatkündigung und die Verdachtskündigung in der Bearbeitungspraxis des Integrationsamts

Für schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Menschen besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Nach § 168 SGB IX hat der Arbeitgeber - von den Ausnahmen des § 173 SGB IX abgesehen - vor Ausspruch der Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit einem schwerbehinderten oder gleichgestellten Menschen die Zustimmung des Integrationsamtes einzuholen. 

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25.03.2024

Teilhabe

Steuerung der Eingliederungshilfe

Viele Leistungsträger nutzen die Möglichkeiten, die das Bundesteilhabegesetz im Hinblick auf die Steuerungsfähigkeit der Eingliederungshilfe bietet, noch nicht in ausreichendem Maße. Der vorliegende Artikel beschreibt, wie diese gesetzgeberischen Möglichkeiten dennoch pragmatisch umgesetzt werden können und dabei dem vermeintlich widersprüchlichen Spannungsfeld zwischen personenzentrierter Teilhabe einerseits und der wirtschaftlichen Steuerung andererseits strategisch und sinnvoll begegnet werden kann.

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08.01.2024

Rechte von Frauen mit Behinderungen

Wie steht es um die berufliche Teilhabe von Frauen mit Behinderung in Westfalen-Lippe?

Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind überdurch- schnittlich oft in ihren Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft benachteiligt. Die zweiteilige Artikelreihe macht hierauf aufmerksam.

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02.10.2023

Gesundheitsversorgung

Notfallmedizinische Grundversorgung muss überall gesichert bleiben

Die Gesundheitsversorgung wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten verändern. Hierzu gehört sicherlich auch die Schließung einzelner Kliniken, um die Effizienz des Systems zu steigern und den Anforderungen, die sich aus Fachkräftemangel und Demografischem Wandel ergeben, gerecht zu werden. Gleichzeitig muss die wohnortnahe Grundversorgung im Akutfall gesichert bleiben. Daher ist gerade in der Notfallmedizin eine blinde Zentralisierung mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Daseinsvorsorge unvereinbar.

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30.08.2023

Rechte von Frauen mit Behinderungen

Wie steht es um die Rechte von Frauen mit Behinderung gesamtgesellschaftlich und mit Blick auf die berufliche Teilhabe?

Wie steht es in Deutschland um den Umsetzungsstand der handlungsleitenden Artikel für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung und wie steht es konkret um die Rechte schwerbehinderter Frauen auf Nicht-Diskriminierung und Chancengleichheit – allgemein und besonders mit Bezug auf die berufliche Teilhabe? Darüber berichtet die folgende Aufsatzreihe, die aus zwei Teilen besteht.

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24.07.2023

Sozialhilfe

Die Übernahme der Kosten der Ersatzbeschaffung einer Waschmaschine als ein notwendiger Einrichtungsgegenstand durch den Sozialhilfeträger gemäß § 31 Abs. 1 Nr. 1 SGB XII

Das BSG äußerte sich im vergangenen Jahr in zwei Urteilen zu der Fragestellung, wann ein Sozialhilfeträger gemäß § 31 Abs. 1 Nr. 1 SGB XII einer im Bezug von Hilfe zum Lebensunterhalt entsprechend den §§ 27 ff. SGB XII sich befindenden Person eine weitere im Wege der Ersatzbeschaffung zu erwerbende Waschmaschine als ein notwendiger Ausstattungsbedarf zu finanzieren hat. Es handelt sich hier um wichtige Entscheidungen zur Auslegung und Anwendung der aus § 31 Abs. 1 Nr. 1 SGB XII hervorgehenden Sondernorm, die sich auch kritisch aufgreifen lässt.

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30.06.2023

betriebsbedingte Kündigung

Betriebsbedingte Kündigung – Prüfungsumfang der Integrationsämter hinsichtlich Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten

Beantragt ein Arbeitgeber die Zustimmung zu einer ordentlichen Kündigung aus betriebsbedingten Gründen, hat das Integrationsamt unter anderem zu prüfen, ob der/die schwerbehinderte Arbeitnehmer/in auf einem anderen Arbeitsplatz innerhalb des Betriebes oder in einem anderen Betrieb des Arbeitgebers weiterbeschäftigt werden kann. 

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26.05.2023

Teilhabe

Die Rückforderung im neuen sozialhilferechtlichen Dreiecksverhältnis gemäß § 75 Abs. 6 SGB XII

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz – BTHG) hat der Gesetzgeber nicht nur den Bereich der Eingliederungshilfe umfassend neugestaltet, sondern zugleich auch das Recht der Sachleistung reformiert. 

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20.04.2023

Digitalisierung

Nutzen von Arbeit 4.0 in der Inklusion

Insbesondere in die Bereiche der Behindertenhilfe ist die Digitalisierung noch nicht ausreichend vorgedrungen. Das gilt ganz besonders für die Bereiche der Behindertenhilfe mit pflegerischen Anteilen oder beruflichen Teilhabebereiche – zum Beispiel in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

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16.03.2023

Behinderungsausgleich

Ausstattung mit einem Handbike – Sozialgericht Koblenz

Der Kläger kann die Versorgung mit einem Handbike mit Motorunterstützung zum mittelbaren Behinderungsausgleich von der Beklagten verlangen. Ein solcher Anspruch kommt grundsätzlich zum einen unter dem Gesichtspunkt des Ausgleichs der Behinderung, zum anderen zur Sicherung des Erfolgs der Krankenbehandlung in Betracht.

SG Konstanz, Gerichtsbescheid vom 1.3.2022 – S 7 KR 326/20

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02.01.2023

 Inklusion

Ein Beitrag für eine gelingende Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt

Integrationsfachdienste (IFD) stellen ein Beratungs- und Unterstützungsangebot bereit, um die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. 2020 haben bundesweit 213 Integrationsfachdienste rund 60 000 Menschen bei der Inklusion auf den Arbeitsmarkt unterstützt.1 Als Dienste Dritter, i.d.R. freie Träger, unterstützen sie Menschen mit Behinderungen bei der Aufnahme, Ausübung und Sicherung einer möglichst dauerhaften Beschäftigung (§§ 192, 193 SGB IX).2 Zudem informieren und beraten sie Arbeitgeber und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, insbesondere im Hinblick auf mögliche Leistungen.

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