Jules Verne (1828-1905)

1846-1850 Jurastudium in Nantes und Paris

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I. Biographie

8. Februar 1828

Jules-Gabriel Verne wird in Nantes als Sohn des Anwalts Pierre-Gabriel Verne und Sophie Allotte de la Fuÿe (Tochter einer wohlhabenden Reederfamilie) geboren.[1]

1833/34

Jules besucht den Kinderhort von Madame Sambin. Danach wird er in Nantes am Elite-Institut Saint-Stanislas, im sog. Petit Séminaire unterrichtet. [2]

1839

Vom Fernweh getrieben, reist der erst elfjährige Jules aus und heuert als Schiffsjunge auf der »Coralie«, einem Segler gen Indien an. Seinem Vater gelingt es gerade noch rechtzeitig, ihn von Bord zu holen.[3]

1840-1946

Verne besucht das Gymnasium in Nantes. Dort zeichnet er sich durch gute Kenntnisse der klassischen Sprachen und der Mathematik aus. Das Abitur schafft er ohne größere Schwierigkeiten und erhält sogar eine Auszeichnung für besondere Leistungen.[4]

1846-1848

Jules Verne soll als ältester Sohn der Familie in die Fußstapfen seines Vaters treten und einmal später dessen Kanzlei übernehmen. Daher beginnt Verne unter der Aufsicht seines Vaters ein Studium der Rechtswissenschaft in Nantes. Da der Vater ihn so lange wie möglich zu Hause behalten will, reist Verne lediglich für die Ableistung der ersten beiden Examina kurz nach Paris. Diese besteht er hervorragend: Zwei Prüfer geben ihm das Prädikat »gut« und zwei andere »befriedigend«. [5]

1848-1850

Jules Verne setzt sich bei seinen Eltern mit dem Wunsch durch fortan in Paris weiterstudieren zu dürfen. In Paris macht er die Bekanntschaft mit den Dumas und anderen Schriftstellern und Künstlern aus dem »Quartier Latin«. Unter diesem Einfluss schreibt er den einaktigen Schwank »Les Pailles rompues«, der am 12. Juni 1850 am Théâtre Historique des Alexandre Dumas uraufgeführt wird. [6]

1851

Nachdem Verne sein Studium beendet hat, lässt er sich zwar nicht standesgemäß in Paris als Anwalt eintragen, seine Eltern erwarten aber, dass er bei nächster Gelegenheit eine geeignete Arbeit in einem Notariat aufnimmt. Doch diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Um seinen Eltern nicht zu sehr zur Last zu fallen, arbeitet Verne kurze Zeit in einer Bank und gibt Nachhilfeunterricht im Recht. Eine Rückkehr zur Juristerei findet nicht mehr statt, vielmehr widmet sich Verne fortan hauptsächlich der Schriftstellerei. [7]

1852-1854

Verne arbeitet als Sekretär am »Théâtre lyrique« bis zum Tod des Theaterdirektors Mr. Sevestre im Jahre 1854.[8]

1854

Tätigkeit als Börsenmakler zuerst bei Mr. Giblain, dann bei Fernand Eggly, und schließlich als Teilhaber im Börsenmaklerbüro Maisonneuve. Neben diesem Brotberuf widmet sich Verne ausgiebig der Schriftstellerei.[9]

10. Januar 1857

Hochzeit mit Honorine Morel Du Fraysne de Viane, einer Witwe mit zwei kleineren Töchtern, die Verne 1856 in Amiens kennengelernt hatte.[10]

1859-1861

Jules Verne unternimmt eine Reise nach Schottland und danach eine Reise nach Norwegen. Kurz darauf wird am 3. August 1861 Jules Vernes Sohn Michel geboren.[11]

1862

Verne begegnet 1862 zum ersten Mal dem Verleger Pierre-Jules Hetzel. Dieser ist von Vernes gerade erschienenem Roman »Cinq semaines en ballon« begeistert und bietet ihm schließlich einen Zwanzig-Jahres-Vertrag an, der Verne die Abnahme von zwei Romanen jährlich garantiert. Verne nimmt den Vertrag sofort an. Übrigens: Dieser Verlagsvertrag wird – unter geringfügigen Modifizierungen – sechsmal verlängert werden und wird über insgesamt 41 Jahre laufen.[12]

1864

Verne arbeitet zunächst noch zusätzlich an der Böse, widmet sich jedoch ab 1865 ausschließlich der Schriftstellerei. Seine nächsten Romane sind »Voyage au centre de la Terre« (1864) und »De la Terre à la Lune« (1865).[13]

1866

Beginn der Arbeit an dem Geographiewerk »Géographie de la France«. [14]

1868

Verne hat mit der Schriftstellerei bereits genug verdient um sich ein eigenes Segelboot – die »Saint-Michel« – leisten zu können, mit der Verne Reisen bis nach England und Spanien unternimmt. [15]

1870

Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion (»Légion d'honneur«) auf Vorschlag des Erbauers des Suez-Kanals Ferdinand de Lesseps.[16]

1872

Verne siedelt nach Amiens über und wird dort Mitglied der Akademie der Wissenschaften, die ihn 1874 und 1881 zum Vorsitzenden wählen wird.[17] Noch im selben Jahr bietet ihm die Académie Française seine Aufnahme an. Verne lehnt jedoch aus Altersgründen ab. [18]

1875

Léon Delmas verklagt Jules Verne auf Schadenersatz wegen angeblichem Plagiats. Der Prozess findet im Winter 1876/77 statt und endet mit dem Freispruch Vernes.[19]

1877

Verne kauft die Dampfyacht »Saint Michel III« und unternimmt damit u.a. 1881 eine Reise nach Kopenhagen und 1884 eine Mittelmeerreise.[20]

1884

Audienz bei Papst Leo XIII.[21]

1886

Attentat auf Verne durch seinen nervenkranken Neffen Gaston, der ihm in den Fuß schießt. [22]

13. Mai 1888

Jules Verne wird in Amiens zum Stadtrat gewählt. Seine Wiederwahl erfolgt 1892, 1896 und 1900. [23]

1892

Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion.

1895

Verne erblindet auf dem linken Auge.[24]

1896/97

Der Chemiker Eugène Turpin fühlt sich in Vernes Roman »Face au drapeau« verleumdet und strengt daraufhin ein Verfahren an. Jules Verne lässt sich von Staranwalt Raymond Poincaré verteidigen und wird schließlich in erster und zweiter Instanz freigesprochen.[25]

1900

Jules Vernes Gesundheitszustand verschlechtert sich erneut: Aufgrund seiner Erkrankung am Grauen Star leidet er nun auch unter starken Sehstörungen auf dem rechten Auge. Eine Operation schiebt er immer wieder hinaus. [26]

November 1904

Erster schwerer Diabetesanfall.

24. März 1905

Jules Verne verstirbt am 24. März nach einem zweiten Diabetesanfall in Amiens. Am 28. März wird er auf dem Madeleine-Friedhof beerdigt. Jules Verne hinterlässt ein mehr als 80 Titel umfassendes erzählerisches Werk, [27] welches in fast alle europäischen Sprachen übersetzt und immer wieder neu aufgelegt wird.[28]




II. Zitate

Jules Verne berichtet seinen Eltern von seinen juristischen Prüfungen:
»Das sind die Fragen, die von den Sieben Bergen herkommen und urplötzlich auftauchen, ohne dass man den Ort bestimmen kann, der sie absondert. Sie müssen schon aus der Hölle kommen. Die Professoren scheinen ein Vergnügen darin zu finden, das Allerschwierigste und Unerwartetste in Fragenform zu suchen, um es Dir um die Ohren zu schlagen, und dann sagen sie Dir: »In meiner Vorlesung habe ich davon gesprochen.« Darauf können dann gewisse Leute wie ich nichts antworten. Jedes Mal wenn ein Examen naht, macht man sich den Vorwurf, nicht an der Fakultät studiert zu haben. Letztes Jahr war's dasselbe... Über diese Angelegenheit müssen für das kommende Jahr noch allerlei Überlegungen angestellt werden, und es wäre gut, wenn davon zukünftig Notiz genommen würde.«[29]

Jules Verne gibt die Juristerei auf:
»Die Literatur über alles, denn hier allein kann ich es zu etwas bringen, weil mein Geist unabänderlich auf diesen Punkt fixiert ist! Wozu all meine Gedanken zu diesem Thema wiederholen, Du kennst sie gut genug, mein lieber Papa, und Du weißt selber, dass früher oder später, mache ich nun zwei Jahre Recht oder nicht, beide Laufbahnen einander töteten, wenn sie gleichzeitig betrieben, und auf lange Sicht hätte die Advokatur bei mir keine Hoffnung.«[30]




III. Quiz

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IV. Bibliographie

Cossart, Axel v.

Jules Vernes Lebensreise
Stationen eines Pioniers
1986 Köln-Nippes

Dehs, Volker

Jules Verne
2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg

Ostwald, Thomas

Jules Verne
Leben und Werk
1978 Braunschweig

Wolfzettel, Friedrich

Jules Verne
1988 München




V. Links

Association Jules Verne

Centre de documentation de Jules Verne
http://www.jules-verne.net/ (23.05.2001)

Cethegus

2000, Jules Verne
http://www.geschichte.2me.net/bio/cethegus/v/verne.html (23.05.2001)

Fehrmann, Andreas

2001, Andreas Fehrmann's Collection Jules Verne
http://www.j-verne.de/ (23.05.2001)

Nash, Andrew

2001, Jules Verne: Collecting the Books and Ephemera of French author Jules Verne
http://www.interlog.com/~anash/collect.html (23.05.2001)

Projekt Gutenberg – DE

Verne, Jules
http://gutenberg.aol.de/autoren/verne.htm (23.05.2001)

Winkler, Torsten

TWI-Virtual's Jules Verne Homepage
http://www.verne-jules.de/ (23.05.2001)

Zvi Har'El

2001, Zvi Har'El's Jules Verne Collection 
http://jv.gilead.org.il/ (23.05.2001)





Quellennachweis:

[1] Wolfzettel, Friedrich, Jules Verne, 1988 München, S. 159

[2] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 17

[3] Cossart, Axel v., Jules Vernes Lebensreise, 1986 Köln-Nippes, S. 13

[4] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 9

[5] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 20 f.

[6] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 25

[7] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 28 f.

[8] Cossart, Axel v., Jules Vernes Lebensreise, 1986 Köln-Nippes, S. 21

[9] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 19

[10] Wolfzettel, Friedrich, Jules Verne, 1988 München, S. 159

[11] Cossart, Axel v., Jules Vernes Lebensreise, 1986 Köln-Nippes, S. 21

[12] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 27 f.

[13] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 51-53

[14] Cossart, Axel v., Jules Vernes Lebensreise, 1986 Köln-Nippes, S. 48; Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 58

[15] Wolfzettel, Friedrich, Jules Verne, 1988 München, S. 159

[16] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 62-64

[17] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 96 f.

[18] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 98

[19] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 78-82

[20] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 288 f.

[21] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 91

[22] Cossart, Axel v., Jules Vernes Lebensreise, 1986 Köln-Nippes, S. 79

[23] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 134

[24] Ostwald, Thomas, Jules Verne, 1978 Braunschweig, S. 290

[25] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 116 f.

[26] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 118

[27] Wolfzettel, Friedrich, Jules Verne, 1988 München, S. 160

[28] Cethegus, Jules Verne, http://www.geschichte.2me.net/bio/cethegus/v/verne.html (23.05.2001)

[29] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 21

[30] Dehs, Volker, Jules Verne, 2. Auflage 1993 Reinbek bei Hamburg, S. 28 f.


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