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1807-1811 Jurastudium in Wien
1823-1832 Hofkonzipist am Finanzministerium |
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I. Biographie |
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15. Januar 1791 |
Franz Seraphicus Grillparzer wird als ältester von vier Söhnen des Rechtsanwalts Dr. Wenzel Grillparzer und seiner Frau Maria Anna geb. Sonnleithner in Wien geboren. Den juridischen Doktortitel hat sein Vater 1785 mit der Dissertation zu dem kirchenrechtlichen Thema »Von der Appellation an den römischen Stuhl« erworben. Franz Grillparzers Großvater mütterlicherseits, Christoph Sonnleithner (1734-1786), war Dekan der Wiener Rechtsfakultät. Sein Onkel Ignaz Sonnleithner (1770-1831) gilt als Begründer des Handelsrechts in Österreich. [1] |
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1801-1804 |
Der junge Grillparzer wird von zahlreichen Hofmeistern und Privatlehrern unterrichtet. Dieser ungeregelte Unterricht hat jedoch keinen Erfolg, sodass die Familie nach anfänglichem Zögern beschließt, den Jungen auf das St. Anna Gymnasium zu schicken. Der Eintritt in die öffentliche Schule bedeutet für Grillparzer die Befreiung aus der Einsamkeit des Vaterhauses. Die Schule schließt er 1804 mit mittelmäßigen Zeugnissen ab. [2] |
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22. November 1804 |
Immatrikulation an der Universität Wien: Grillparzer hört im Rahmen eines vorbereitenden Studium generale Vorlesungen über Naturgeschichte, Religion, Philosophie, Geschichte und Beredsamkeit. [3] |
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1807-1811 |
Übergang zu den juristischen Studien. Grillparzer ist kein fleißiger Student. Am Anfang der Semester vergnügt er sich mit Frauen und frönt der Schmökerei in Trivialliteratur. Seinem Vater zuliebe stürzt er sich dann aber am Ende der Semesters, kurz vor den Prüfungen, in die juristischen Bücher. Die vorgeschriebenen Prüfungen aus Privatrecht, Europäischer Staatenkunde, Staats-, Völker- und Kriminalrecht, aus Römischem Recht und Kirchenrecht besteht er sämtlich mit der Note »erste Klasse mit Vorzug«. [4] |
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1809 |
Grillparzer nimmt als Mitglied des Studentenkorps an der
Verteidigung Wiens gegen Napoleon teil. An Kampfhandlungen
selbst hat er nicht mitgewirkt. [5] |
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April 1810 |
Um sich Geld zu verdienen, gibt Grillparzer Nachhilfestunden und nimmt am 18. März 1812 sogar eine Stelle als Hofmeister bei Graf Josef August von Seilern zu seiner Unterweisung in die Rechtswissenschaft an. [7] |
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26. Februar 1813 |
Grillparzer wird als unentgeltlicher Praktikant an der Hofbibliothek beschäftigt. Er erhofft sich, dass ihm diese Stellung den Weg zum Staatsdienst ebnen und finanzielle Unabhängigkeit bereiten wird. [8] |
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20. Dezember 1813 |
Persönliche Beziehungen ermöglichen es Grillparzer zur Finanzhofkammer zu wechseln: Dort arbeit er nacheinander bei der Bankalgefällen-Administration beim Expedit, beim Protokoll, beim Hauptaufschlagsamte, beim Hauptzollamt, bei der Examinatur und zuletzt schließlich beim Konterbande- Referat. Schrittweise wird er an die Kernstücke der mittleren Finanzverwaltung herangeführt. In der Examinatur ist es seine Aufgabe in Gegenwart eines gerichtlichen Beisitzers die Beschuldigten bei Steuer- oder Zollvergehen geringerer Bedeutung zu vernehmen und über den Fall zu entscheiden. [9] |
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23. November 1814 |
Mit der Ernennung zum Konzeptspraktikanten bei der Allgemeinen Hofkammer ist Grillparzer, bei einem Lohn von 300 Gulden jährlich, aus dem Ärgsten heraus. [10] |
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1816 |
Bekanntschaft mit Burgtheaterdirektor Josef Schreyvogel. Dieser gibt Grillparzer Zutrauen in seine dramaturgische Begabung und ermuntert ihn zu literarischer Tätigkeit. Es entwickelt sich in der Folgezeit eine enge Freundschaft. [11] |
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1917 |
Erste große Erfolge mit »Die Ahnfrau«, »Sappho« und »Das goldene Vlies« [12] |
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1. Mai 1818 |
Grillparzer unterschreibt einen Vertrag auf 5 Jahre als Theaterdichter am Burgtheater. [13] |
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23. Januar 1819 |
Grillparzers Mutter nimmt sich, nach dem Tod des Vaters schwer nervenleidend, in einem Anfall von Wahnsinn das Leben. Grillparzer droht an dem Verlust seiner geliebten Mutter zu zerbrechen. [14] |
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24. März - Juli 1819 |
Ablenkung von dem traurigen Ereignis sucht Grillparzer auf einer Italienreise, für die er dreimonatigen Urlaub erhält. Die Reise führt ihn über Triest, Venedig, Ferrara nach Rom und von dort weiter nach Neapel. Durch Zufall gerät Grillparzer ins Gefolge der Kaiserin von Österreich. [15] Es verbreitete sich das Gerücht, er sei zum Sekretär der Kaiserin befördert worden. [16] |
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6. März 1821 |
Grillparzer verlobt sich mit Katharina Fröhlich. Es kommt schnell zu Zwistigkeiten und Eifersucht. Eine Hochzeit findet nicht statt. Sie bleibt ihm jedoch ein Leben lang treu verbunden. Nach Grillparzers Tod wird sie Erbin und Verwalterin seines Nachlasses. [17] |
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10. August 1821 |
Nach der Rückkehr aus Italien wird Grillparzer wegen Überschreitung des Urlaubs ins Finanzministerium versetzt. [18] |
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9. Juli 1823 |
Grillparzer wird im Präsidialbüro des Finanzministeriums zum Hofkonzipist ernannt. Seine Aufgabe besteht in der Protokollierung der eingegangenen Schriftstücke und ihre Verteilung an die verschiedenen Departements. [19] |
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17. April 1826 |
Wegen Mitgliedschaft in einer zweifelhaften Künstlergesellschaft, genannt Ludlamshöhle, wird Grillparzer polizeilich verhört und muss eine Haus- durchsuchung erdulden. Die Ermittlungen verlaufen ergebnislos. [20] |
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21. August 1826 |
Deutschlandreise über Prag, Dresden (Besuch bei Ludwig Tieck), Berlin (Besuch bei Wilhelm Hegel), Weimar (Besuch bei Goethe), Jena und München (Besuch bei Peter Cornelius). [21] |
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23. Januar 1832 |
Grillparzer wird zum Direktor des Hofkammerarchivs ernannt. Während seiner 24jährigen Dienstzeit gehört die Systematisierung der Akten und Urkunden zu seinen größten Verdiensten. [22] |
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30. März - 28. Juni 1836 |
Grillparzer unternimmt eine Reise nach Frankreich und England. Er besucht in Paris die Verhandlungen im Justizpalast und in London die Unterhaussitzungen sowie die Verhandlungen vor dem Schwurgericht. Letztere dienen unserem Dichter der die langsamsprechenden Gerichtsdiener besser verstehen kann als den Durchschnittsengländer zur Verbesserung seiner Englischkenntnisse. [23] |
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1838 |
Nach dem Misserfolg des Lustspiels »Weh dem, der lügt!« zieht sich Grillparzer vom Theater zurück. Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. »Esther«-Fragment, 1868) lehnt er fortan die Aufführung neuer Werke ab. [24] Erst 1872, nach seinem Tod, findet die Aufführung der Trauerspiele »Ein Bruderzwist in Habsburg«, »Libussa« und »Die Jüdin von Toledo« statt. [25] |
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1847 |
Metternich ruft Grillparzer an die neugegründete Österreichische Akademie der Wissenschaften. [26] |
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1849 |
Verleihung des Leopoldsorden.[27] |
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22. April 1856 |
Als Grillparzer auf eigenen Wunsch hin pensioniert wird, verleiht man ihm den Hofratstitel. [28] |
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1859 |
Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universitäten Wien und Leipzig sowie später durch die Universitäten Graz und Innsbruck. [29] |
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1861 |
Grillparzer wird von Kaiser Franz Josef auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen. [30] |
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15. Januar 1864 |
Dr. Andreas Zelinka, Bürgermeister der Stadt Wien, ernennt Grillparzer zum Ehrenbürger. [31] |
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21. Januar 1872 |
Grillparzer entschläft unerwartet am 21. Januar 1872. Seine Beisetzung findet drei Tage später auf dem Hietzinger Friedhof statt. Zwanzigtausend Trauernde geben ihm sein letztes Geleit. [32] |
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II. Zitate |
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Grillparzer über das dem Jurastudium vorgeschalteten Studium generale: |
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III. Quiz |
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Hier gehts zum Quiz! |
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IV. Bibliographie |
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Auernheimer, Raoul |
Franz Grillparzer |
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Beyer, Wilhelm R. |
Grillparzers Staats- und Rechtsphilosophisches Bekenntnis |
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Kainz, Friedrich |
Grillparzer als Denker |
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Müller, Joachim |
Franz Grillparzer |
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Nadler, Josef |
Franz Grillparzer |
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Pieroth, Bodo |
Das juristische Studium im literarischen Zeugnis |
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Wohlhaupter, Eugen |
Dichterjuristen |
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V. Links |
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Cethegus |
2000, Franz Grillparzer |
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Palka, Wolfgang |
Franz Grillparzer |
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Projekt AEIOU des österreichischen BMBWK |
2001, Grillparzer, Franz |
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Projekt Gutenberg-DE |
Grillparzer, Franz |
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Vocke, Willi |
Franz Grillparzer |
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Quellennachweis: |
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[1]
Nadler, Josef, Franz Grillparzer, 1948 Vaduz, S. 28-30
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