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1734-1739 Studium der Rechts-
wissenschaften in Padua 1742 Promotion zum Doktor der Rechte |
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I. Biographie |
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2. April 1725 |
Giacomo Girolamo Casanova wird in Venedig als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren. Seine Großmutter Marzia kümmert sich viel ihn, da sich seine Eltern ab 1726 für zweieinhalb Jahre auf Tournee in London befinden. [1] Der kleine Giacomo leidet in seiner Kindheit an ständigem starkem Nasenbluten und man glaubt schon, er würde nicht lange leben. Nach seiner Genesung, die man einer Wunderheilerin zuschreibt, interessiert er sich später ebenso für Medizin wie für Wunderheilerei. [2] |
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2. April 1725 |
Sein Vater stirbt an einer eitrigen Mittelohrentzündung infolge falscher Behandlung. Der Knabe wächst nun ausschließlich bei der Großmutter auf. [3] |
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Ab November 1737 |
Giacomo jetzt 12 Jahre alt beginnt sein Studium »beider
Rechte« (nämlich weltliches und kirchliches Recht) an der
Universität Padua. Da zu jener Zeit das Bildungssystem keine
höheren Schulen vorsieht, vermitteln die Universitäten in den
ersten Semestern das Allgemeinwissen. Nach vierjährigem
Studium legt man dann die Abschlussprüfung die sog.
»laurea« ab. Vergleiche mit modernen Bildungssystemen
sind nur sehr begrenzt möglich. [4] |
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Oktober 1739 |
Wegen Geldmangel kehrt Casanova nach Venedig zu seiner Großmutter zurück, von wo aus er seine Studien fortsetzt. |
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14. Februar 1740 |
Im Rahmen seiner geistlich geprägten Laufbahn wird er Abbé und erhält schließlich im Januar 1741 die vier niederen Weihen. Nach drei Jahren gibt er die geistliche Laufbahn wieder auf. [6] |
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Juni 1742 |
Casanova kehrt nach Padua zurück um zum Doktor utriusque iuris zu promovieren. Seine Doktorarbeit im Zivilrecht hat das Thema »De testamentis« und im Kirchenrecht das Thema »Utrum hebrei possint construere novas Synagogas« (übersetzt: Ob die Juden neue Synagogen bauen können) zum Gegenstand. [7] |
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Juni 1744 März 1745 |
Casanova tritt in Rom in die Dienste des Kardinal Acquaviva. Im Rahmen dieser Tätigkeit empfängt ihn auch mehrmals Papst Benedikt XIV. [8] |
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1745 1746 |
In Bologna läßt sich Casanova eine Phantasie-Uniform schneidern und kauft in Venedig, wie damals üblich, ein Leutnantspatent. Daraufhin wird er als Fähnrich mit dem Versprechen baldiger Beförderung dem venezianischen Regiment Bala in Korfu zugeteilt. Als er nicht wie versprochen befördert wird, gibt er die soldatische Laufbahn auf, verkauft das Leutnantspatent und schlägt sich zunächst als Geiger an einem Theater durch. [9] |
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1746 1749 |
Casanova kann sich zwar zu einer juristischen Laufbahn nicht entschließen, praktiziert dennoch mehrfach in den Kanzleien des Notar Manzoni und des Notar Marco Leze. Diese Tätigkeit füllt ihn nie vollkommen aus, sodaß ihm genug Zeit verbleibt sich dem Glücksspiel zu widmen. [10] |
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1753 |
In Venedig hat er eine Affäre mit »C.C.« und »M.M.«, zweier Nonnen des Klosters Santa Maria degli Angeli. [11] |
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25. Juli 1755 |
Casanova wird verhaftet und in die venezianischen Bleikammern verbracht. Der offizielle Grund ist ein von Casanova vorgetragenes, religiös zu leichtfertiges Gedicht. Desweiteren war seine Affäre mit »C.C.« und »M.M.« bei einigen Inquisitoren bekannt geworden. Weder fand eine Gerichtsverhandlung statt, noch hatte man Casanova den Grund oder die Dauer seiner Einkerkerung mitgeteilt. [12] |
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1. November 1756 |
Casanova glückt die Flucht aus den Bleikammern, einem der damals sichersten Gefängnisse der Welt. [13] |
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1757 |
Casanova wird zum Direktor der französischen Lotterie ernannt. [14] |
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Ab 1758 |
Casanova bereist zweimal Holland in geheimer französischer Finanzmission. [16] |
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1759 |
Er adelt sich selbst, indem er sich fortan »Chevalier de Seingalt« nennt. |
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1760 |
Papst Clemens XIII. schlägt ihn zum Ritter des Goldenen Sporns und ernennt ihn gleichzeitig zum Apostolischen Protonotar extra urbem. [17] |
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Ab 1764 |
Auf seinen zahlreichen Reisen gewährt ihm Friedrich der Große in Berlin und Katharina die Große in Petersburg Audienz. [18] |
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1776 |
Casanova arbeitet als Geheimagent der Inquisation und wird von 1780-81 sogar fest besoldet. [19] |
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1784 |
Arbeit als Sekretär des venezianischen Botschafters Foscarini. Als dieser am 23.4.1785 verstirbt, tritt er als Bibliothekar in die Dienste des Grafen Waldstein in Dux. Dort verfasst er ab 1790 seine Memoiren (»Histoire de ma vie« 15 Bände in französischer Sprache), welche erst 1821 in Auszügen veröffentlicht werden sollten. [20] Seine Memoiren haben einen hohen kulturhistorischen Wert, da sie der Nachwelt einen Einblick ins 18. Jahrhundert verschaffen, fanden jedoch nur wegen der darin geschilderten erotischen Abenteuer einen großen Leserkreis. [21] |
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1798 |
Casanova erkrankt an einem schweren Blasenleiden und verstirbt schließlich am 4. Juni 1798 in Dux. Dort wurde er auf dem Friedhof St. Barbera begraben. Die Stelle an der sich sein Grab befindet, ist heute nicht mehr bekannt. [22] |
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II. Zitate |
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»Man wünschte, dass ich mich weiterhin der Rechtswissenschaft widmen solle,
gegen die ich eine unüberwindliche Abneigung empfand. [...] Wäre man vernünftig
gewesen, so hätte man mir den Willen gelassen, und ich wäre Arzt geworden, wo mit Scharlatanerie noch mehr zu erreichen ist als im Advokatenstand.« [23]
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III. Quiz |
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IV. Bibliographie |
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Casanova, Giacomo |
Histoire de ma vie. |
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Casanova, Giacomo |
Mein Leben |
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Childs, J. Rives |
Casanova. |
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ders. |
Giacomo Casanova de Seingalt |
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Marceau, Félicien |
Casanova. |
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Sauter, Heinz von |
Der wirkliche Casanova |
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V. Links |
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Beck, Ulrike |
2. April 1725 - Giacomo Casanova wird geboren |
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Cethegus |
Giacomo Girolamo Casanova. Kurz-Biographie. |
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Emery, Ted |
2000, Casanova Research Page, |
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Eurotoques |
2000, Eurotoques-Feiertag am 2. April. Giacomo Casanova (1725-1798) |
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Friedberg, John M. (Übersetzung aus dem Französischen) |
1998, History of My Escape from the Prisons of the Republic
of Venice Called »the Leads«. |
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Günther, Pablo u.a. (Hrsg.) |
2000, Casanova Magazin |
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Hille, Gunter (Hrsg.) |
Giacomo Casanova, |
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Iverson, Jack (Voltaire Society of America) |
1999, Story of My Life: Volume VI, Chapter 10 |
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Tappert, Birgit |
1999, Legendärer Frauenheld vielseitig interessierter
Gelehrter. Symposium zu Giacomo Casanova korrigierte Klischees. |
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Welty, Ute |
2000, Lebe-Mann - das Geheimnis des Giacomo Casanova, |
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Quellennachweis: |
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[1]
Childs, J. Rives, Casanova, München 1977, S. 20
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